26.04.2012: URBAN MINING Energie AG Powertalk
Die Energie AG lädt am 26. April zum Power Talk mit dem Thema "Urban Mining - Sind unsere Städte die Rohstofflager von morgen?"
Der weltweite Rohstoffbedarf steigt, angeheizt durch unseren alltäglichen Konsum, unaufhörlich, während die natürlichen Lagerstätten schwinden. Zeitgleich häuft unsere Gesellschaft riesige Mengen an Rohstoffen in ausgedienten Produkten (Elektroschrott, Autos ...) sowie vor allem verbaut in Gebäuden und Infrastruktur auf. Jede dicht besiedelte Stadt ist somit ein Ballungszentrum für dieses Konsumlager an verbauten oder deponierten Rohstoffen, die auch "anthropogene Lager" genannt werden. Bei steigenden Rohstoffpreisen rücken diese Lager nun immer mehr ins Blickfeld. Hier einige Fakten:
Das vom Menschen angelegte Lager an Kupfer wird heute beispielsweise schon größer geschätzt als die verbleibenden natürlichen Reserven weltweit. Unser Alltag ist geprägt von eisenhaltigen Produkten, in welchen das Eisen oft Jahrzehnte gebunden ist. In der Stadt Wien sind gegenwärtig rein rechnerisch pro Person etwa 4.500kg Eisen, 340kg Aluminium, 200kg Kupfer, 40kg Zink oder 210kg Blei verbaut oder schlummern in Mülldeponien. Pro Person verbrauchen die Österreicher im Jahr 417kg Eisen, davon werden jedoch nur 169kg zurückgewonnen - der Rest verbleibt im "Konsumlager" 1 Hier setzt Urban Mining an:
Urban Mining ist die konsequente Weiterführung des Recyclingprinzips
Das Ziel von Urban Mining ist das Erkennen von Wertstoffen,
noch bevor diese zu Abfall werden, und die Nutzung dieser als
Sekundärrohstoffe im Sinne einer umweltschonenden
Kreislaufwirtschaft. Das schont die verbleibenden natürlichen
Lagerstätten, vermeidet den beim Abbau von
Primärrohstoffen anfallenden Schadstoffausstoß als auch die
damit einhergehenden Umweltbeeinträchtigungen. Zum Beispiel
wird für die Rückgewinnung von Sekundäraluminium aus Produkten
und Infrastruktur bereits jetzt nur fünf Prozent jener Energie
eingesetzt, welche für die Gewinnung und Herstellung von
Primäraluminium benötigt werden.
Das Potential von Urban Mining bei entsprechend
fortgeschrittenen Technologien der
Rohstoff-Rückgewinnung wäre durch die Bank enorm: In einer
ausgedienten Tonerkartusche steckt mehr Gold als in einer
vergleichbaren Menge Gesteinsmaterial einer Goldmine in
Südafrika.
Urban Mining als Baustein für zukünftige europaweite Rohstoffsicherheit
Der effiziente Umgang mit unseren, bereits einmal bezahlten, Rohstoffressourcen ist außerdem bereits jetzt, und nicht nur in der Zukunft, von strategischer Bedeutung. Die VR China hat mit über 90% Anteil an der Gesamtförderquote eine Quasi-Monopolstellung in der Förderung von den für High-Tech Industrien so wichtigen "seltenen Erden". Diese werden beispielsweise in der Handy-, Photovoltaik- und Autoindustrie verwendet. Die Importabhängigkeit Europas bei vielen Rohstoffen, darunter auch diesen exotischen Rohstoffen, rücken die in Produkten und Infrastruktur verbauten teils riesigen Mengen an schlummernden Sekundärressourcen ins Zentrum des Interesses. Urban Mining ist somit ein wichtiger Baustein zur Gewährleistung der Rohstoffsicherheit für nachkommende Generationen.
Solche Fakten werfen naheliegende Fragen auf, die im Mittelpunkt des Power Talk am 26. April im PowerTower der Energie AG stehen werden:
- Welche strategischen Weichenstellungen zur Schaffung von geeigneten strukturellen Rahmenbedingungen sind seitens der Politik auf europäischer bzw. nationaler Ebene noch erforderlich, um ökologisches Ressourcenmanagement inklusive Urban Mining in allen beteiligten Prozessen zu integrieren?
- Welche Ansätze und Best Practice Beispiele gibt es im Bereich Urban Mining bereits - wie sieht unser "Urban Future" aus?
- Vom Entsorger zum Rohstoffversorger - Wo liegen Chancen und Potentiale der Zukunft für die Entsorgungsbranche? Welche Herausforderungen und Potentiale leiten sich aus der umfassenden Integration von Urban Mining für Industrie, Bauwirtschaft und Kommunen ab?
